Als er die ersten Bilder aus den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gesehen hatte, war für Johannes Hunzelar schnell klar: „Da müssen wir doch was machen“. Der Lohnunternehmer aus Keppeln griff zum Telefon, kontaktierte dem Heimatverein und kurze Zeit später wurde der Spendenaufruf fleißig in den sozialen Medien geteilt. „Wir hatten zu Sachspenden aufgerufen, wie groß die Spendenbereitschaft war, habe ich aber ehrlich gesagt unterschätzt“, blickt er auf die erste Aktion zurück. Und nicht nur viele Spender, auch zahlreiche freiwillige Helfer waren zur „Dorfschule“ gekommen, ihnen allen ist Hunzelar dankbar.
„Das sollte es dann eigentlich gewesen sein“, erzählt er. Doch dann hörte er unter anderem von Rainer Wehren, der den Transport der Spenden begleitet hatte, wie die Menschen vor Ort reagiert hatten. „Eine Frau kam mit einer Schubkarre und hat vor Freude geweint, weil sie Trinkwasser und etwas zu essen bekommen hat“, sagt Hunzelar. Nach ein paar Gesprächen stand fest: „Da kann man doch nicht einfach aufhören – wir machen weiter!“ Mittlerweile hatten sich erste Betriebe und Privatpersonen gemeldet, die mit Geldspenden helfen wollten. Insbesondere über die Feuerwehren vor Ort hatten Hunzelar und Wehren, Brandoberinspektor bei der Freiwilligen Feuerwehr Uedem, ein Kontaktnetz aufgebaut und erfahren, was im Katastrophengebiet derzeit besonders dringend benötigt wird.
Und so sind in den vergangenen beiden Wochen mehrfach Transporte aus Uedem in die Katastrophengebiete gestartet, immer bis oben beladen mit Eimern, Schaufeln, Schubkarren, aber auch mit 19 Notstromaggregaten und einigen Hochdruckreinigern, die mit Benzin betrieben werden können. An jedes einzelne Gerät haben die Helfer einen Zettel geklebt: „Wenn Du mich nicht mehr brauchst, gib mich bitte weiter“ steht darauf, Hunzelar vertraut darauf, dass die von der Umweltkatastrophe betroffenen Menschen auch weiterhin solidarisch miteinander umgehen und die Geräte miteinander teilen. Neue Einkaufszettel sind schon geschrieben, unter anderem stehen hochwertige Arbeitshandschuhe darauf, die die Helfer vor dem Kontakt mit verunreinigtem Schlamm schützen können. „Samstagmorgen haben wir alle Baumärkte in der Umgebung leer gekauft und sind Sonntag direkt wieder ins Hochwassergebiet gefahren“, erzählt Wehren, der bereits die nächsten Touren plant.
Hunzelar bedankt sich bei allen, die die Aktion bereits unterstützt haben, unter anderen dem Lionsclub Kalkar, der schnell und unbürokratisch ein Extrakonto für Geldspenden eingerichtet hat, die weitere Hilfslieferungen ermöglichen.

Wer spenden möchte, kann dies zum einen über den Heimatverein Keppeln machen oder wer eine Spendenquittung benötigt, spendet bitte über den Lions Club Kalkar.

Konto des Heimatvereins Keppeln
IBAN: DE59 3206 1384 2900 2700 14

oder

Lions Club Kalkar
IBAN: DE40 3225 0050 0700 5190 51